Kapitel 2. Hostingdienste im Internet

Inhaltsverzeichnis

http://sourceforge.net
http://alioth.debian.org
http://developer.berlios.de
http://code.google.com/hosting/

Zusammenfassung

Welche Hostingdienste mit Subversion-Repositories, Mailinglisten und weiteren Werkzeugen zur kollaborativen Entwicklung gibt es und was unterscheidet sie?

Statt seinen eigenen SVN-Server mit Mailinglisten und Wiki aufzubauen, ist es einfacher, bereits vorhandene Dienste zu nutzen. Im folgenden werden ein paar Dienste vorgestellt, die u.a. auch für das Hosting von Debianpaketen verwendet werden.

http://sourceforge.net

Sourceforge ist der Klassiker und aus dessem Code wurde in der Vergangenheit einmal der GForge-Code abgeleitet, der Basis für viele andere Hostingdienste ist. Sourceforge bietet seinen Projekten Mailinglisten mit einer einfachen Weboberfläche, SVN-Repositories über SSH, Webspace und eine MySQL-Datenbank.

http://alioth.debian.org

Alioth basiert auf dem GForge-Code und ist Teil der Debianinfrastruktur. Es verwendet für Mailinglisten Mailman und bietet neben SVN auch neuere Versionskontrollsysteme wie beispielsweise GIT an. Leider ist Alioth gelegentlich knapp an Manpower. Sehr praktikabel ist aber das Projekt collab-maint, auf dessen SVN-Baum haben alle Debianentwickler automatisch Schreibzugriff und andere Aliothnutzer können Schreibzugriff beantragen. Um Pakete darin zu maintainen, benötigt man kein eigenes Repository und auch die Commitmeldungen werden automatisch korrekt an das Package Tracking System weitergeleitet, wo man sie abonnieren kann. Es ist eine Art „Megaprojekt“, was jedem zur Verfügung steht und man immer nutzen kann, wenn man keine speziellen Anpassungen durchführen möchte.

http://developer.berlios.de

Berlios wird vom „Fraunhofer FOKUS Institut für offene Kommunikationssysteme“ bereit gestellt. Er benutzt ebenfalls Mailman zur Verwaltung von Mailinglisten. Ein Vorteil dieses Dienstes ist, dass er den Zugriff auf SVN-Repositories auch über HTTPS bzw. WebDAV erlaubt, so dass Anwender mit Zwangsproxy ihn nutzen können.

http://code.google.com/hosting/

Google Code ist der jüngste Dienst unter den genannten und ist nicht mit GForge verwandt. Die Benutzeroberfläche ist sehr übersichtlich und damit leicht erlernbar. Die Anmeldung von Projekten ist von allen Diensten am stärksten automatisiert, so dass ein neues Projekt sehr schnell angelegt und bei Bedarf auch wieder gelöscht ist. Zugang zu SVN ist nur über HTTPS bzw. WebDAV möglich, d.h. es gibt keinen Shellzugang. Mailinglisten können über Google Groups angelegt werden, was auch eine sehr professionelle Weboberfläche bietet. Außerdem gibt es pro Projekt ein eigenes Wiki, welchen ebenfalls im SVN-Repository gespeichert wird (mittels Subwiki), so dass auch eine offline-Bearbeitung von Wiki-Inhalten leicht möglich ist.